Beihilfeanspruch bei Haarausfall bei Frauen

Bei bestimmten Diagnosen kann ein Beihilfeanspruch für Medikamente gegen Haarausfall bei Frauen bestehen. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 02.07.2012 (Az: 2 A 202/10) einen entsprechender Klage stattgegeben.

Auf der Rechtsgrundlage von § 102 SächsBG in Verbindung mit § 1 der Sächsischen Beihilfeverordnung (SächsBVO) hat das Gericht der Klägerin einen Beihilfeanspruch für das verordnete Medikament „Diane-35“ zugesprochen. Zur Begründung führte das Gericht aus, dass die androgenetische Alopecie und der androgenetische Haarausfall eine behandlungsbedürftige Krankheit darstellen. Dies zeige sich auch darin, dass jedenfalls bei einer Frau ein totaler Haarverlust eine Behinderung im Sinne von § 33 Abs. 1 Satz 1 SGB V, § 2 Abs. 1 SGB IX darstelle. Erheblicher Haarausfall bei Frauen sei damit nicht nur eine kosmetische Frage oder ein Problem der Lebensqualität, sondern bedürfe ärztlicher Behandlung.

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